
Alessandra Maria Albrecht
Studentin der Philosophie, Kunst und Sozialwissenschaften.
Ausgebildete Mediengestalterin. Leidenschaftliche Performerin.
U.a. Herausgeberin, Gestalterin und Autorin eines Philosophie-Magazins (“Das Phase”), welches voraussichtlich im Juni 2025 erscheinen wird.
Pflegt ihre Leidenschaft zum vorsätzlich mutigen Ausprobieren in der Atelierarbeit, die Reflexion des Geschaffenen und die Freude an der Vermittlung dieser Experimentierfreude im Miteinander-Sein auf Augenhöhe.
4 Fragen an Alessandra Maria Albrecht
Ich neige immer wieder dazu, zu vergessen, was ich alles kann. Genau wie der innere Kritiker ist das eine immense Hürde, die den eigenen Weg zur Kunst behindern kann.
Seit ein paar Jahren schon ist deshalb das wunderbare Phänomen des Soll-befreiten Ausprobierens und Experimentierens für mich ein verlässlicher Kompass zurück zu all dem in mir, das ausgedrückt werden will.
In Strukturen, in denen nichts muss und alles kann, finde ich immer wieder zurück zu mir als Künstlerin. Einmal back on track, kann ich mich voll dem Schaffensprozess und seinen ganzheitlich erfüllenden Auswirkungen hingeben.
Im künstlerischen Ausdruck bin ich präsent und kann die Zeit vergessen. Der Raum, in dem ich mich dann bewege, ist formbar und frei gestaltet und allein durch meine eigenen Grenzen beschränkt.
Die Gelegenheit zum Austausch über meine Kunst mit anderen zu teilen, hebt dies immer wieder auf eine nochmal ganz anders wertvolle Ebene des Wachstums. Ich bin unglaublich dankbar, der Kunst und meinem Ausdruck so viel Raum in meinem Leben geben zu können. Das ist ein Privileg, dass ich zu schätzen und zu teilen weiß.
Der künstlerische Ausdruck jeglicher Art gibt uns die Möglichkeit, uns selbst auf eine Weise zu verstehen, die nicht kognitiv durch Wort-Schablonen gefiltert wurde oder schon mal irgendwo gesehene Muster, die es uns erlauben, uns für andere verständlich auszurücken.
Unser individueller Ausdruck – sei es in der Malerei, der Schriftstellerei, der Performativität oder einem der vielen anderen künstlerischen Ausdrucksweisen – muss nicht für jeden verständlich sein oder leicht nachzuvollziehen. Er kann uns einen Einblick geben in innere Vorgänge, die jenseits dessen stattfinden, was man benennen kann. Diese Einsicht in sich selbst schafft Selbstbewusstsein und Autonomie. Es lässt einen neue Schichten seines Selbst sehen, von denen man vorher vielleicht nur Vermutungen anstellen konnte.
Letztlich klingt das alles immer so abstrakt und als wäre es nur mit großem Können oder großer Erfahrung erfahrbar. Doch ganz im Gegenteil. Der eigene, individuelle Ausdruck ist für jeden erfahrbar, der sich die nötige Zeit und Ruhe dafür gibt. Man muss sich einfach trauen und anfangen. Es soll und kann schlichtweg einfach Spaß machen und im besten Fall dabei Entschleunigung in die so schnelllebige Alltagswelt bringen.
Was will ich also bewegen?
Ich möchte zeigen, wie wertvoll es sein kann, sich mit Kunst auszudrücken. Die Potentiale des künstlerischen Ausdrucks sind endlos und diese Erkenntnis und den Zugang zu dieser individuellen Erfahrbarkeit ist es, was ich teilen will.
Ich bin ein vielseitig interessierter Mensch. Ich singe, tanze, performe, schreibe, koche und backe gerne. Auch im Wald oder im See bin ich oft zu finden. Ich beschäftige mich auch viel mit der Philosophie, vor allem der Natur-Philosophie. Ansonsten verbringe ich meine Zeit gerne mit meiner Impro Gruppe, im Atelier, mit meinen Freunden oder in Bayern bei meiner Familie. Auch in der Uni bin ich super gerne. Da ich “nur” die mittlere Reife gemacht habe, stand Studieren für mich lange nicht in den Karten. Doch vor vier Jahren bin ich dann für ein neues Leben und mein Studium der Philosophie, Kunst und Gesellschaftsgestaltung nach Bonn gekommen. Ich bin superglücklich mit meinem Leben hier und dankbar, Kunst und Philosophie zu meinem Alltag gemacht zu haben.
Auf Augenhöhe.
Ich weiß, das klingt immer so geschwollen. Was ich damit meine, ist, dass ich allen Teilnehmern mit Offenheit und Respekt begegne, um eine Atmosphäre des Vertrauens aufzubauen, in der authentisches, stressfreies Schaffen geschehen kann. Respektvoller Umgang mir und den anderen gegenüber setzte ich dabei selbstredend voraus.
Ich arbeite mit einer lockeren, aber strukturierten Herangehensweise, bei der Spaß, Kreativität und Experimentierfreude im Vordergrund stehen. Alle sollen sich wohlfühlen und wissen, dass ihre Ideen und Meinungen wertgeschätzt werden. Es ist mir wichtig, jede und jeden in seinem individuellen Tempo und auf seinem jeweiligen Interessenspfad zu unterstützen. Ich will dazu motivieren, sich zu fordern und Neues auszuprobieren, um dabei bestenfalls mehr über sich selbst zu erfahren.
Natürlich bin ich dabei immer ansprechbar, höre zu und gehe auf Fragen oder Sorgen ein, damit jede und jeder das Gefühl bekommt, gehört zu werden und Teil der Gruppe zu sein.